Familie ist der Kern dessen, was wir glauben und was wir tun

Durch unseren Glauben wir inspiriert sind, um gute und fürsorgliche Nachbarn

Lehre und Bündnisse

Die Plymouth Brethren und die Politik

Unser Standpunkt gegenüber Regierung, Gesetzgebung und Wahlen

Brethren sind nicht parteiisch, weil sie glauben, dass die Bildung einer Regierung unabhängig von Parteien und deren Kandidaten durch den Willen Gottes zustande kommt. Obwohl wir beständig und inbrünstig für eine gute Regierung beten, nehmen wir jedoch aus Gewissensgründen an den Wahlen nicht teil. In den meisten Ländern, in denen Wahlpflicht besteht, gibt es jedoch Ausnahmen von der Wahlpflicht auf der Basis von Gewissensgründen.

Obwohl wir nicht wählen, beobachten wir dennoch aufmerksam die Politik der Länder, in denen wir wohnen. Und ebenso wie es alle christlichen Kirchen tun, beziehen die Plymouth Brethren Stellung, wenn es darum geht, ob Gesetzgebung und Politik in Übereinstimmung mit den Lehren der Heiligen Schrift (Bibel) sind. Bei solchen Gelegenheiten nehmen wir Einfluss auf unsere Abgeordneten und üben damit unsere persönlichen demokratischen Rechte als Bürger aus, die in einer freien Gesellschaft leben.


Die Brethren haben in beiden Weltkriegen gedient!

In Zeiten militärischer Wehrpflicht waren die Mitglieder der Plymouth Brethren Christian Church sowohl in den beiden Weltkriegen als auch im Koreakrieg und im Vietnamkrieg tätig und dienten gemeinsam mit anderen Soldaten aus verschiedenen Ländern. Die Brethren gehörten zu den nicht-kämpfenden Truppen (waffenloser Dienst), wodurch sie sich von anderen Kriegsdienstverweigerern unterschieden. Besonders im 1. Weltkrieg erfuhren sie viele Schmähungen, weil sie keine Waffen trugen, aber mit der Zeit zeigte sich, dass großer Mut nötig war, um unbewaffnet in die vordersten Linien zu gehen und Verwundete herauszuholen.

Anmerkung: Auf dem europäischen Kontinent war es für Brethren sowohl in Frankreich als auch in Deutschland nicht möglich, vom Dienst mit der Waffe befreit zu werden. Aufgrund ihres persönlichen Zeugnisses erhielten manche Brethren Aufgaben, wo sie keinen Gebrauch von der Waffe machen mussten, z.B. als vorgeschobene Posten und bei vielerlei Hilfsdiensten. Andere standen im Kampfgeschehen, ohne ihre Waffe zu benutzen.

Die Brethren haben an vielen Orten gedient, zum Beispiel im Dschungel von Papua Neu Guinea, in den Wüsten Nordafrikas, an den Stränden von Dünkirchen, bei der Landung in der Normandie, in Korea und in Vietnam. Sie haben sowohl in vorderster Linie als Bahren-Träger als auch in Geheimdienst-Einheiten gedient. Eine davon war die Einheit 2 I.C. beim größten Armee-Krankenhaus in Australien.

Zu den Beispielen für die Wertschätzung ihrer Tätigkeit gehörte im 1. Weltkrieg das Verleihen des Militärischen Kreuzes für Tapferkeit (entspricht dem Eisernen Kreuz). In den Kriegsberichten des zweiten Weltkriegs wurde einer, obwohl er in Changi/Singapur gefangen war, für seine Dienste für andere Kriegsgefangene lobend hervorgehoben. Bei den Spannungen des Kalten Kriegs in Europa wurde einer der Brethren in zwei aufeinanderfolgenden Jahren als „Soldat des Jahres“ ausgezeichnet.




AUSZÜGE AUS DEN NATIONALEN ARCHIVEN AUSTRALIENS

F.KINGSLEY NORRIS (D.G.A.M.S.) Generaldirektor der Australischen Medizinische Dienste
AUSTR. ARMEE 1942-43 STREITKRÄFTE

Opfer und Krankheiten hatten die Reihen meines medizinischen Personals schmerzhaft ausgedünnt. Als Antwort auf viele Meldungen wurden mir schließlich eine zusätzliche Feldambulanz zugeteilt, zu der eine Einheit von „Waffendienst-Verweigerern aus Gewissensgründen“ gehörte…

…ich besprach die Situation mit dem Kommandeur und beschloss seine Ambulanz nach Soputa zu verlegen, wo die Kämpfe ihren Höhepunkt erreicht hatten und unsere Verluste angestiegen waren. Bahren-Träger von den „conshies“ (Spitzname der Gewissensverweigerer) wurden in den Kampf beordert und nicht einer von ihnen zögerte. Einige wurden getötet, andere verwundet. Als ich sie beobachtete, sah ich nicht einen Mann und nicht eine Bahren-Träger-Gruppe, die nicht sofort wieder in den Kampf zurückgingen, nachdem sie einen Verletzten herausgeholt hatten.

Ebenso wie die Männer von Mons (Belgien) das Wort „verachtenswert“ in ein Wort mit goldenem Glanz umwandelten, so wurde auch das Wort „Conshie“ ein ehrenhaftes Wort, das mit Respekt und Hochachtung benutzt wurde. Diese Begebenheit in Soputa war eines der am meisten inspirierenden Beispiele moralischen und körperlichen Mutes, das ich je erlebt hatte.“